Knotenpunkte

Wenn zu viele Autos gleichzeitig durch die Stadt in den Feierabend brausen, kommt es ja gelegentlich zu putzigen Verkehrsknotenansammlungen.
Lustiges Wort.
Fast so schön wie „gefühlte Temperatur“. Egal.
Allerdings, wenn man im Stau steht versucht man normalerweise immer dem dicksten Verkehrsgewirr zu entkommen. Sei es durch schlaues ausweichen über andere Straßen, oder durch herzhafte Wendemanöver.
Was aber wenn es Knoten gibt denen man nicht ausweichen kann?
Knoten die unlösbar erscheinen.
Beziehungsknoten etwa. Früher oder später sind sie einfach da. Mit dem Partner, oder der besten Freundin oder dem Chef oder der Kassiererin ,die sonst immer nett zu einem war, im Stammkaufhaus.
Haargummiknoten. Die man immer dann entdeckt wenn man nach einem langen Tag (oder einer langen Nacht) einfach nur ins Bett will. Schon manch einer hat dann im Anflug totaler Übernächtigung gerne mal zur Schere gegriffen.
Schuhbandknoten. Ein schier unlösbares Problem im Kindergartenalter, sobald Eltern darauf bestehen Klettbandverschlüsse und Reinschlüpfschuhe von heute auf morgen abzuschaffen. Was haben wir doch alle mit der Feinmotorik gekämpft um ordentlich zu knoten und Schleifen zu binden. Und einfach so mit den Jahren haben wir es vergessen.
Gehirnknoten. Meistens dann anzutreffen wenn man von den grauen Zellen tatsächlich mal Gebrauch machen müsste. Bei einer Prüfung zum Beispiel. Oder wenn einem an der Kasse partout die Geheimzahl für die EC Karte nicht mehr einfallen will.
Stimmbandknoten. Zählen zu der Gattung der Gehirnknoten. Immer dann wenn es darauf ankommt scheint die Stimme zu versagen.
Kabelknoten. Unter jedem ordentlichen un-wireless geführten Schreibtisch zu finden.
Und so geht es einfach weiter. Wollknäulknoten, Seilknoten, Taschentuchknoten….

Brustknoten.

Da ist er.

Einfach so.

Und scheint unlösbar.

Es scheint DER Knoten überhaupt zu sein. Mächtig. Unentknotbar.

Aber so wie es mit den anderen Knoten auch ist: ein Knoten wartet im Prinzip nur darauf entknotet zu werden um endlich entspannt neben all den anderen Dingen lässig herumzuexistieren. Er hat eben Pech gehabt ein Knoten zu werden.
Und mit Knoten verhält es sich meistens so: sie scheinen abrupt aufzutauchen um einem das Leben schwer zu machen. In manchen Fällen verschwinden sie genauso schnell wieder, in anderen bedarf es unserer Mithilfe um dem Knotengewirr ein Ende zu machen.
Aber es lohnt sich.
Selbst wenn es Überwindung kostet.
Ein Knoten ist ein Knoten ist ein Knoten ist ein Knoten.

Und sonst

NICHTS

Veröffentlicht in: on Juni 16, 2008 at 20:30 Kommentar schreiben

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