Jeder liest doch!

A: Anrufer (Telefonagent)

K: Kundin (gelangweilt auf dem Sofa)

A:“ Herzlichen Glückwunsch! Sie haben bei einer Verlosung für einen Mercedes SLK irgendwas mitgemacht und wurden jetzt ausgelost!

K:“ Äh. Ich kann mich eigentlich nicht daran erinnern bei einer Verlosung mitgemacht zu haben.

A:“ Ja, das war vor ca. 6 Monaten

K:“ Ach. Dann sind Sie wohl nicht von der schnellsten Sorte. Hihi

Telefonagent spricht weiterhin ungerührt:
A: „Sie sind unter die letzten 70 gelost worden. Dazu erstmal herzlichen Glückwunsch

K:“ Die letzen 70 von was?

Telefonagent ist immer noch total emotionslos

A:“ Jetzt müssen sie mir nur noch beantworten: wollen Sie den Mercedes oder den entsprechenden Geldwert?

K:“ Vor allem will ich dieses Gespräch nicht führen müssen!

Telefonagent wird etwas lauter.

A:“ Also. Entscheiden Sie sich für das Auto oder den Geldwert?

K:“ Bei den Benzinpreisen? Ein Auto? Ne lass mal!

A:“ Also das Geld?

K:“ Klar. Her dami!t

A:“ Gut. Das entspräche dann ca. 52.000 Euro. Herzliche Glückwunsch!!!

K:“ Das sagten sie bereits. Ich komm aus dem Staunen nicht mehr heraus.

A:“ Um ihnen die Wartezeit zu verkürzen bietet ihnen Auto-Motor-Sport eine Zeitung ihrer Wahl an. Naaaaa, ist das nichts

K:“

A:“ Wir hätten da die TV Spielfilm, Hobbyzeitschriften und speziell für Sie diverse Modezeitschriften.

K:“ Ach nö.

A:“ Es gibt auch Gartenmagazine und Kochzeitschriften.

K:“ Ich hab keine Zeit zum lesen.

A:“ Jeder hat doch Zeit zum lesen!

K:“ Naja, jeder Callcenter Agent vielleicht. Aber jeder mit richtigem Job….

A:“ Wie wäre es denn mit einer schönen Modezeitschrift? Alle Frauen mögen doch Mode!

K:“ Ich nicht.

A:“ Ach so ein bisschen schmökern ist doch was feines!

K:“ Noch mal: ich nix Zeitschrift haben wollen.

A:“ Aber sie müssen doch was lesen!

K:“ Tu ich auch. Hat aber meistens mehr als 20 Seiten Umfang und keine Bilder.

A:“ Na sehen Sie! Wir hätten da ein spitzen Angebot für eine Fernsehzeitung!

K:“ Ach.

A:“ Jeder schaut ja schließlich fern!

K:“ Ich vermeide das tunlichst.“

A:“ Wie, Sie sehen kein Fern?

K:“ Nein.

A:“ Gar nicht?

K:“ Nur wenn die Werbung raus geschnitten ist. Also über den PC

Fehler.

A:“ Jaaaa, dann vielleicht ne Computerzeitschrift?

K:“ Noch mal: ich hab keine Zeit zum lesen. PC´s interessieren mich auch nur in soweit das ich Mails abrufen und eben Fernsehen kann!

A:“ Na dann wäre das doch ein tolles Geschenk für Ihren Mann!

K:“ Der schnappt über vor Freude!

A:“ Sie sind aber ein komischer Mensch!

K:“ Im Moment ist mir nicht wirklich zum Lachen zu mute!

A:“ Sie würden dann 3 Monate gratis eine Zeitschrift ihrer Wahl erhalten!

K:“ Gratis oder umsonst? Wissen sie, da besteht ein ungeheurer Unterschied…

Die Stimme des Telefonagentens wird etwas schriller.

A:“ Drei Monate umsonst. Ich meine gratis. Dann würde ich mich bei Ihnen noch mal melden und sie könnten das Abo so lange verlängern wie es Ihnen beliebt! Wenn Sie sich aus unserer großen Auswahl nicht entscheiden können, empfehle ich Ihnen gleich mehrere Zeitschriften zur Probe in Ihr Haus kommen zu lassen!

K:“ Ich hab kein Haus. Und überhaupt, ich wollte nicht mal eine Zeitschrift und jetzt soll ich gleich mehrere nehmen?
A:“ Wir bieten Ihnen eine große Auswahl an Fachzeitschriften, Modemagazinen…..
K:“ Ich weiß! Werden Sie eigentlich nach Kundenanrufen bezahlt oder nach der Dauer wie lange so ein Gespräch dauert?

A:“ Wie wäre es wenn wir Ihnen eine kleine Auswahl zusammenstellen und Sie könnten dann in Ruhe entscheiden für welche Zeitschrift Sie wollen haben….

K:“ Für welche Zeitschrift Sie wollen haben? Haben Sie Ihren Zettel mit den Standartsätzen verloren?

Telefonagent seufzt hörbar.

A:“ Bisher haben wir 90 Prozent Kundenzufriedenheit!

K:“ Ich will aber gar kein Kunde werden! Was ist jetzt mit meinem Geld?

A:“ Die Verlosung für den Mercedes oder dem entsprechenden Geldwert findet in 6 Monaten statt. Als unser Kunde haben Sie Vorteile bei der Verlosung!

K:“ Weil ich dann die Einzige von den 70 bin die Ihr Kunde geworden ist?

Die Stimme wird lauter.

A:“ Die Chancen steigen und steigen! Ein einmaliges Angebot!!!

Man hört den Telefonagenten förmlich schwitzen.

K:“ Ist Ihnen bewusst das ich null Interesse habe?

A:“ Darf ich Sie nun als Premium Kunden auf unsere Liste setzen?

K:“ Noch mal, dass auch Sie es verstehen: Keine Zeitschrift für mich, ich kein Kunde werden wollen! Wenn das nicht reicht sag ich es auch gerne dreimal hintereinander. Dann ist es so wie sie es in Ihrer 3 stündigen Einführung für diesen Spitzenjob gelernt haben! Kunde sagt dreimal NEIN und Sie dürfen endlich den nächsten von den glücklichen letzen 70 Gewinnern anrufen!

A:“ Schönen Tag noch

Legt auf.
Tuuut-tuuut-tuuut!

Hoffentlich ruft bald wieder einer an…

Veröffentlicht in:  on Juli 28, 2008 at 20:06 Kommentare (2)

Ein Dackel für Madonna

„Ich hätte gerne vier Kilo vom Oberschenkel, Bauch und Po. Und geben Sie mir gleich noch die zwei großen Brüste aus der Auslage. Die sehen ja so verlockend aus!“

Wer jetzt glaubt es handelt sich um eine Bestellung beim Metzger täuscht sich leider gewaltig. So in etwa muss es geklungen haben, als sich Brigitte Nielson dazu entschloss in einer RTL Sendung mitzumachen um sich vor laufender Kamera generalüberholen zu lassen.

Um dem ganzen den Ekelfaktor etwas zu nehmen ist der Produktion dann noch was ganz tolles eingefallen. Das leckere alte Blondinenfett wird nämlich für einen guten Zweck versteigert.
Hurra. Darauf hat die Welt noch gewartet. Naja, vielleicht stellt es ja jemand ins MoMa und verkauft es als Kunst. Hat ja schon mal geklappt.
Jetzt sieht „Biggie“ wieder aus wie 30 (zum wievielten Male eigentlich?) und darf wieder erotische Fotos auf St. Tropez machen lassen. Natürlich für RTL. Da kommt doch gleich die Frage in den Sinn, WER wollte eigentlich wieder erotische Fotos von ihr sehen???

Echt putzig anzusehen ist auch, wie Madonna (die jetzt auch schon 50 ist) immer noch mit Hotpants über diesen Planeten hopst und jedem, ob er will oder nicht, ihren Popo entgegen schwingt und dabei lasziv ins Mikro haucht:“If you can handle it, undress me“.
Das war ja in den 90er Jahren noch ganz sexy aber mittlerweile würde sie ihre Platten auch mit langen Hosen verkaufen können. Sollte man meinen.

Das hat ja schon bei Ingrid Steeger genervt, die lange Zeit irgendwie nicht verstanden hat das Sexfilme aus den 70er Jahren zwar lustig, aber keine Form von Kunst oder Kultur sind. Inzwischen heißt es:
“ Ingrid lebt mit ihrem Rauhaardackel Adelaide zurückgezogen in München.“

Warum hat Madonna eigentlich keinen Hund den sie nerven kann?

So wie Paris Hilton, die gleich wusste, da sie selbst null Ausstrahlung besitzt, ist es besser immer einen Minihund dabei zu haben den man in die Kamera halten kann. Dann finden die Zuschauer wenigstens etwas an dem was sie sehen süß. Jetzt ist die aber noch jung! In 30 Jahren wird sie wahrscheinlich immer auf dem Pferd zum roten Teppich reiten um Aufmerksamkeit zu kriegen. Oder vielleicht auf einem Einhorn? Dem letzten?

Ein Video in dem Madonna vollständig angezogen einen Song performed der wirklich mehr Aussage besitzt als „ich bin geiler als alle anderen je sein werden“ wird es wohl nie geben solange es plastische Chirurgen auf diesem Planeten gibt.
So lange wird es nicht nötig sein einfach mal älter zu werden und dazu zu stehen. Dafür schafft sie sich reihenweise eigene und adoptierte Kinder an um eine „vollständige“ Frau in allen Lebenslagen zu sein, und sieht wahrscheinlich in 10 Jahren jünger aus als ihre Tochter.

Aber vielleicht findet sich ja mal ein barmherziger Ritter der ihr einen Dackel schenkt.

Ich glaube das werde ich meiner Liste für den Weihnachtsmann hinzufügen!

Veröffentlicht in:  on at 18:42 Kommentare (2)

Von Schweinen und Hitler

Darsteller:
Die Oma (O), die Großtante (T), die Enkelin (E)

Ort und Zeit:
Esszimmer einer 3 Zimmerwohnung, ein beliebiger Sonntag

Oma hat den ganzen Vormittag gekocht um den allsonntäglichen Schweinebraten mit Kloß und Blattsalat auf den Tisch zu bringen.
Es klingelt. Pünktlich.
Die Tante öffnet.

T: “ Es regnet, gell?

(Seit ca. 5 Stunden herrscht Dauerregen mit Hochwasserwarnung)
Da keine bestätigende Antwort kommt:

T:“ Bist schon da?!„, lächeln, glucksendes Lachen

E:“ Anders kann man sich meine Anwesenheit kaum erklären!“ lächelt zurück, umarmt die Tante. Geht in die Küche, umarmt die Oma.

O: „ Oh hallo. Ist gleich alles fertig

T:“ Setz dich, setz dich. Ich bring das Essen

Aus der Küche hört man Oma und Großtante hantieren.
Der Braten wird gebracht.

T:“ Sooooo. der Braaaaten

E:“ Mmhh. Fein,fein.“

Wieder Geräusche aus der Küche. Großtante kommt wieder.

T:“ Sooooo. Ich bring die Sauze

Und das ist kein Tippfehler. Denn sie kann das Wort Sauce einfach nicht aussprechen. Will aber nicht Soße sagen, weil „Sauze“ einfach vornehmer klingt.
Großtante kommt wieder aus der Küche.

T:“Sooo. Hier kommt der Salat!

Eigentlich kommentiert sie jeden Gegenstand der gebracht wird. Das macht einem die ganze Überraschung kaputt.

T:“Salat ist so gesund. Musst du essen. Jaaa. Musst du essen! Selbst im Krieg haben wir immer Salat gegessen. Gell. Musst essen!
Großtante macht dabei große Augen, und deutet dabei unentwegt auf die Salatschüssel.

E:“Ja.“

Oma ,die einzige die wirklich gearbeitet hat, kommt dann auch an den Tisch.
Läßt sich auf den Stuhl fallen.
Seufzt.

O: „So. Dann esst mal. Damits weg kommt.

Der Schweinebraten reicht für 8 Leute. Fehlen also eigentlich noch 5 um aufessen zu können.
Schmatzende Geräusche.

T:“ Musst viel lernen in der Schule?
Die Stimme geht immer von unten nach oben, damit man sie ja hört.

E:“ Ich bin an der Uni, nicht an der Schule. Aber ja, ich muss viel lernen

Genauso viel wie an den Sonntagen zuvor.

T:“Musst Traubenzucker nehmen.“

E:“Zum Essen???

T:“Wenn du lernen musst. Jaaaa. Musst Traubenzucker nehmen.“

Mist, sie hat die Ironie einfach nicht drauf.

T:“ Der Sohn unseres Apotherkers hat immer gesagt: Musst Traubenzucker nehmen. Fürs Gehirn. Damit du lernen kannst. Jaaaaaaaaaaaaa. Das stimmt!

Oma verdreht die Augen. Schweigt aber. Enkelin macht sich selbst durch Schweinebraten Mundtod. Entgeht so einer Diskussion über die medizinische Indikation von Traubenzucker.

T:“ Ahh. So ein feiner Braten. Da könnte ich die Sauze mit dem Löffel essen
Lacht. Sie macht die Bemerkung bei jedem Braten und bei jeder Sauze. Äh Soße.

T:“ Im Krieg (eigentlich sagt sie:“Griech„) haben wir ja immer schwarz geschlachtet, gell Oma, da haben wir schwarz geschlachtet. Aber das ganze Dorf hat ja schwarz geschlachtet. So eine fette Sau war das, die haben wir nicht mal die Treppe hochgebracht

Sie versucht mit ihren Armen die Größe der Sau anzuzeigen. Schafft es nicht. Sticht dabei der Oma fast mit der Gabel ein Auge aus und wiederholt den Satz gefühlte fünfmal. Dann folgt die Geschichte der Sau die so groß war das sie die Treppe nicht mehr hoch gepasst hat. Diesmal allerdings von der Oma erzählt. Wie jeden Sonntag. Da die Aussage „die Sau hat nicht die Treppe hoch gepasst“ schon die Pointe der Geschichte ist, muss sie hier nicht eigens erwähnt werden.

T:“ Des hast jetzt schon so oft erzählt

Egal. Oma erzählt sie trotzdem noch mal.

T:“ Naja. Unterm Hitler da hat mans scho schwer gehabt.

Da ist es wieder. Das sonntägliche Stichwort.
Enkelin denkt an den Song von den Ramones:“Sedated“

Einschub: Der Begriff Sedierung (seltener auch Sedation, v. lat. sedare, „beruhigen“ eigentlich „sinken lassen“ ) wird vor allem in der Medizin verwendet. Sedierende Arzneien nennt man Beruhigungsmittel oder Sedativa (Singular Sedativum)

T:“ des war schon schlimm im Griech. Gell. Da hat man nicht so viel zum Essen gehabt.

O:“Jaaaa.“

T:“Gell, da war man schon froh um so eine eigene Sau die man schlachten konnte.

Schweigen. Kauen.

T:“ Hat denn der Hitler nicht bald Geburtstag?

Die Stimme im Kopf der Enkeling singt mit den Ramones:
Twenty-twenty-twenty four hours to go I wanna be sedated. Nothin’ to do and no where to go-o-oh I wanna be sedated

T:“ Da mussten wir ja immer die Fahnen raushängen. Weißt noch?

E:“ Neee.

T:“ Ich mein doch die Oma. Gell. Da mussten wir immer die Fahnen raushängen. Und dann gabs nen großen Umzug im Dorf. Und die Mannsbilder haben Bier getrunken. Und es wurde getanzt.
E:“ Und ne Sau geschlachtet? Leider dann aber die falsche.

T:“ Neee, das war doch verboten. Das Schwarzschlachten. Die hätten dich ja sofort gemeldet. Die anderen aus dem Dorf. War doch verboten. Damals. Im Griech.

Sie hat es immernoch nicht raus mit der Ironie.
Enkelin versucht sich mit Essen zu sedieren. Obwohl die Stimmen der Ramones im Kopf immer lauter werden.

T:“ Musst aber Salat essen. Ist gesund! Vitamiiineeee.“ Sie sagt: „Pfitamine„, aber egal.

E:“ Mmh.“ Kaut ungerührt weiter.

T:“ Unser Pfarrer ist ja aus Indien,gell. Aber er spricht fei echt gut deutsch.“

Keine Reaktionen.

T:“ Der war ja beim Papst,gell. Im Vatikan.“ Sie sagt: „Wadikan„, aber die Augen leuchten.

T:“ Aber sonst gibt’s fei schon viele Ausländer hier.

Waaaah.

T:“ Überall Türken. Die kaufen all unsere Wohnungen in der Siedlung weg. Die Türken. Alles von unserem Geld.Jaaaaa. Und wir Rentner haben nichts zu essen.

E:“ Du stopfst dich doch gerade mit Schweinebraten voll. DEN würden dir die Türken eh nicht wegnehmen.

T: “ Die. Die kriegen doch eh alles geschenkt. Und dann kaufen sie unsere Wohnungen.

Die Stimme im Kopf singt wieder:“ Hurry hurry hurry before I go insane.
I can’t control my fingers I can’t control my brain. Oh no no no no no.

T: „Aber am schlimmsten sind doch die Russenweiber.“

Langsam geht der Text im Kopf von der Enkelin aus.

T:“ Überall biedern sie sich an. Die sind so was von schamlos!

Um die Unterhaltung nachempfinden zu können muss der gewillte Leser wissen, das jetzt die Stimme der Großtante ein Maximum an Dezibel erreicht hat, damit auch jeder genau weiß dass sie jetzt wirklich sauer ist.

T: “ Heiraten unsere Männer und lassen sich aushalten. Und sind sooooooooo faul.

Mehr kann man nicht essen um sich abzulenken. Irgendwann setzt das verdammte Sättigungsgefühl einfach ein.

T:“ Das hätte es unterm Hitler nicht gegeben!

So. Alle satt. Beziehungweise, eher überfressen.

O:“ Sooo. Was kochen wir denn nächsten Sonntag?

Die Stimmen im Kopf rühren sich noch einmal:

Ba-ba-bamp-ba ba-ba-ba-bamp-ba I wanna be sedated
Ba-ba-bamp-ba ba-ba-ba-bamp-ba I wanna be sedated

Das Lied ist aus. Das Essen vorbei.

Und der Monolog der Großtante für eine weitere Woche unterbrochen.

Ein Prost auf Schweine und Hitler!

Für mehr Informationen zum „Song im Kopf“, watch this:



Veröffentlicht in:  on Juli 7, 2008 at 19:25 Kommentare (1)